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Studieren ohne Abitur in Hessen
In Hessen gilt ein Meistertitel oder eine anerkannte Fortbildung mit mindestens 400 Unterrichtsstunden als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Mit Ausbildung und Berufserfahrung führt der Weg über eine Hochschulzugangsprüfung. Einen prüfungsfreien Weg dafür habe ich nicht gefunden.
Mit Meistertitel oder Fortbildung
Zugang: allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.
- Meisterprüfung im Handwerk oder anerkannter Fortbildungsabschluss mit mindestens 400 Unterrichtsstunden.
- Dasselbe gilt für Fachschulabschlüsse und vergleichbare landes- oder bundesrechtlich geregelte Abschlüsse im Gesundheits-, Sozialpflege- und Sozialpädagogikbereich.
- Für diesen Weg wird kein eigener Antrag auf Zugangsberechtigung erwähnt. Die Prüfung der Berechtigung erfolgt bei der Bewerbung an der Wunschhochschule.
Fachwirt und Techniker werden in Verordnung und Ministeriumsseite nicht namentlich genannt. Sie fallen nur über die allgemeinen Kategorien darunter. Ob ein konkreter Abschluss die Stundenzahl erreicht, klärt die Hochschule.
Mit Berufsausbildung und Berufserfahrung
Hochschulzugangsprüfung: Prüfungsgespräch (30 bis 90 Minuten) und schriftliche Prüfung (120 bis 240 Minuten). Die schriftliche Prüfung kann entfallen, wenn vergleichbare schriftliche Leistungen vorliegen.
- Abgeschlossene, anerkannte Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren im fachlich verwandten Bereich.
- Danach mindestens zwei Jahre hauptberufliche Tätigkeit im verwandten Bereich. Sie muss nicht mehr aktuell ausgeübt werden.
- Bei einem fachfremden Studienwunsch kann eine Weiterbildung von mindestens 400 Unterrichtsstunden den Zugang eröffnen.
- Die Prüfung ist nur für bestimmte Studienbereiche möglich und kann höchstens zweimal wiederholt werden.
- Ein Probestudium als eigener hessischer Zugangsweg wurde nicht gefunden.
Mittlerer Abschluss plus Berufsausbildung
Wer einen mittleren Schulabschluss und eine mindestens dreijährige anerkannte Berufsausbildung mit der Gesamtnote 2,5 oder besser hat, erwirbt eine Berechtigung auf dem Niveau der Fachhochschulreife. Sie gilt für Hochschulen für angewandte Wissenschaften und gestufte Studiengänge an Universitäten. Staatsexamensstudiengänge sind laut Universität Marburg damit nicht möglich.
Fristen
- Anträge auf Hochschulzugangsprüfung: nach der Verordnung in der Regel 15. Februar und 15. August. Einzelne Hochschulen weichen ab, Marburg nennt 15. Oktober bis 15. Februar.
- Die Prüfungsgebühr beträgt nach Hochschulseiten 250 Euro.
Zuständige Stelle
Der Antrag geht schriftlich an die Trägerhochschule des jeweiligen Studienbereichs. Über die Zulassung entscheidet der hessenweite Prüfungsausschuss des Studienbereichs.
Quellen
- HMWK Hessen: Zugang und Zulassung
- Verordnung über den Hochschulzugang beruflich Qualifizierter (Kopie, Hochschule RheinMain)
- Frankfurt UAS: Hochschulzugangsprüfung
Was noch offen ist
- Der aktuelle Gesetzestext des Hessischen Hochschulgesetzes konnte nicht geöffnet werden. Paragraphenangaben stammen aus Sekundärquellen.
- Die Verordnung wurde nur als Kopie auf einer Hochschulseite (Stand 2022) gelesen.
Zugang geklärt? So geht es weiter
Wer berufsbegleitend studieren will, vergleicht Studienangebote nach Zugang, Kosten, Dauer und Kündigungsfristen. Worauf es ankommt